Making of

Ausgangspunkt für das Projekt „Toledo to do“ war der hochaktuelle Zusammenhang zwischen einem zunehmend verbreiteten Bedrohungsgefühl durch Terroranschläge und einem Anstieg rassistischer und antimuslimischer Haltungen und Handlungen in der Bevölkerung. Dieses Bedrohungsgefühl spitzte sich im Kontext der Zunahme der Einwanderung durch Geflüchtete schnell zu und verschärft die Gräben eines Wir – Ihr Gefühls zwischen den verschiedenen Gruppen. In Schulen und Jugendeinrichtungen wirken sich gesellschaftliche Entwicklungen und Stimmungslagen besonders schnell aus. Hieraus ergibt sich der besondere Bedarf an deeskalierenden pädagogischen Strategien und Konzepten im Umgang mit Konflikten im Kontext von kultureller, ethnischer, religiöser und weltanschaulicher Vielfalt.

Das Projekt

LIFE e.V. entwickelte von Oktober 2016 bis September 2019 mit finanzieller Unterstützung des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie Leben! geförderten Modellprojekts eine neue diversitybasierte Methode für Schulen und die außerschulische Bildungs- und Jugendarbeit. Das Plan- und Rollenspiel „Toledo to do“ zielt auf die nachhaltige Stärkung der Handlungs- und Konfliktkompetenz im Umgang mit kultureller, religiöser und weltanschaulicher Vielfalt, rassistischer Diskriminierung und Muslimfeindlichkeit.

Die TOLEDO to do Planspiel Materiealien basieren auf dem von Prof. Dr. Aviva Doron, an der Universität Haifa/Israel, entwickelten Rollenspiel „Toledo-a-delicate-Balance“. Im Rahmen des Projekts wurde darauf basierend das Planspiel als pädagogische Methode für die außerschulische und schulische Bildung weiterentwickelt. Diese Weiterentwicklung sowie die Erprobung und wissenschaftliche Begleitung wurde in Zusammenarbeit mit der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, dem Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim (ZBI), dem Institut für Demokratieentwicklung (I.D.E) und der empati gGmbH umgesetzt. Das so entwickelte TOLEDO to do Plan- und Rollenspiel ermöglicht kulturell oder religiös/weltanschaulich geprägten Polarisierungen sowie daran anknüpfenden Vorurteilen und Diskriminierungen im Kontext der außerschulischen und schulischen Bildung entgegenzuwirken, Schulkultur diversitätssensibel zu beeinflussen und Austausch und Vertrauen quer zu ethnischen und religiösen Differenzlinien zu stärken.

Es bestehen regionale Partnerschaften und Kooperationen in drei Bundesländern:

Bayern (Landeskoordinierungsstelle Bayern gegen Rechtsextremismus)
Niedersachsen (Gustav Stresemann Institut in Niedersachsen e.V. // Europäisches Bildungs- und Tagungshaus Bad Bevensen)
Baden-Württemberg (Demokratiezentrum Baden-Württemberg)