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TOLEDO to do-Abschlusstagung am 15. August 2019: „Aus dem Mittelalter über Diversität und Antirassismus lernen?“

Am 15. August 2019 fand in den Räumlichkeiten von LIFE e.V. die gut besuchte Abschlusstagung des Projektes TOLEDO to do mit dem Titel „Aus dem Mittelalter über Diversität und Antirassismus lernen?“ statt.

Herr Heppener, Leiter des Referats 102 „Demokratieförderung“ im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, eröffnete mit einem herzlichen Grußwort die Tagung. Anschließend führte Prof. Dr. Viola B. Georgi (Leiterin Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim), die das Projekt wissenschaftlich begleitet hatte, in ihrem spannenden Vortrag ‚Diversity, Erinnerung und Geschichtslernen in der Migrationsgesellschaft‘ in den theoretischen Kontext ein.

Dabei arbeitete sie die Bedeutung der Darstellung von `Verflechtungsgeschichten´ bzw. der Verflechtung der verschiedenen nationalen Geschichtsnarrative in der historischen-politischen Bildung heraus und thematisierte die Notwendigkeit der Entwicklung diverser und globaler Geschichtsnarrative in unserem heterogenen Gesellschaften. Musikalisch wurde die Veranstaltung von der Kantorin Jalda Rebling und der Akkordeonistin Paula Sell mit sephardischer Musik und sehr lebendigen Geschichten begleitet.

Anschließend moderierte Aliyeh Yegane (Bereichsleitung Diskriminierungsschutz und Diversität, LIFE e.V.) die Podiumsdiskussion ‚Vom (National-) Geschichte lernen zum Geschichten lernen: Al-Andalus in der pädagogischen Praxis‘. Die Podiumsgäste Prof. Dr. Frederek Musall (Hochschule für Jüdische Studien Hildesheim), Prof. Dr. Dr. Hans-Georg Ziebertz (Katholisch-Theologische Fakultät Universität Würzburg), Bacem Dziri (Institut für Islamische Theologie Universität Osnabrück) und Prof. Dr. Viola B. Georgi diskutierten u.a. die Notwendigkeit eines kritischen-historischen Geschichtsverständnisses, das Spannungsfeld des Mythos Al-Andalus und der historischen Tatsachen, die Funktion von Al-Andalus für von Vielfalt geprägte Bildungskontexte bzw. Al-Andalus als Anknüpfungspunkt für Jugendliche in der Migrationsgesellschaft und die Geschichtsbedürfnisse von jungen Menschen of Color jenseits der eurozentrisch, christlich dominanten Narrative und viele weitere interessante Aspekte. Es fand ein spannender Austausch zwischen den Wissenschaftler*innen aus den verschiedenen Disziplinen und mit den verschiedenen, eigenen – christlichen, jüdischen und muslimischen – Blickwinkeln statt, die sich gegenzeitig ideal ergänzt haben.

Im Nachgang zu der Veranstaltung meldeten zahlreiche Teilnehmende zurück, dass die Diskussionen ihnen auch für die Bildungspraxis viele neue Anregungen und Impulse vermittelt hat.
Der Vortrag von Frau Prof. Georgi kann hier nachgelesen werden.