Making of

Ausgangspunkt für das Projekt „Toledo to do. Das Diversity Planspiel“ ist der hochaktuelle Zusammenhang zwischen einem zunehmend verbreiteten Bedrohungsgefühl durch Terroranschläge und einem Anstieg rassistischer und antimuslimischer Haltungen und Handlungen in der Bevölkerung. Dieses Bedrohungsgefühl spitzt sich im Kontext der Zunahme der Einwanderung durch Flüchtlinge schnell zu und kann die Gräben eines Wir – Ihr Gefühls zwischen den verschiedenen Gruppen verschärfen. In Schulen und Jugendeinrichtungen wirken sich gesellschaftliche Entwicklungen und Stimmungslagen besonders schnell aus. Hieraus ergibt sich der besondere Bedarf an deeskalierenden pädagogischen Strategien und Konzepten im Umgang mit Konflikten im Kontext von kultureller, ethnischer, religiöser und weltanschaulicher Vielfalt.

Das Projekt

LIFE e.V. entwickelt im Rahmen eines vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie Leben! geförderten Modellprojekts eine neue diversitybasierte Methode für Schulen und die außerschulische Bildungs- und Jugendarbeit. Das Plan- und Rollenspiel „Toledo to do“ zielt auf die nachhaltige Stärkung der Handlungs- und Konfliktkompetenz im Umgang mit kultureller, religiöser und weltanschaulicher Vielfalt, rassistischer Diskriminierung und Muslimfeindlichkeit und soll den Aufbau von lokalen Vertrauensnetzwerken und Demokratiekompetenz vor Ort ermöglichen.

In der Modellprojektphase wird das Plan- und Rollenspiel „Toledo to do“ an verschiedenen Schulen und Jugendeirichtungen in Berlin, Bayern und Baden-Württemberg erprobt und wissenschaftlich begleitet.

Ausgangsbasis für das innovative pädagogische Konzept ist das in Israel von Prof. Dr. Aviva Doron, Universität Haifa entwickelte Rollenspiel „Toledo-a-delicate-Balance“. Im Zentrum des Projekts steht die Weiterentwicklung, Erprobung, wissenschaftliche Evaluation und nachhaltige Implementierung des Rollenspiels sowie die demokratiepädagogische Erweiterung durch die Kombination mit dem partizipativen Ansatz des Citizen Panels. Die Entwicklung des Planspiels „Toledo to do“ sowie die wissenschaftliche Begleitforschung wird in Zusammenarbeit mit der empati gGmbH, der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie und dem Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim als Partnerorganisation umgesetzt. Das Projekt wird in folgenden Schritten umgesetzt werden:

  • (Weiter-)Entwicklung des methodischen Toledo-Planspiel- Ansatzes und dessen Erprobung
  • Durchführung von Fortbildungen für Multiplikator*innen sowie Pädagog*innen in Berlin, Bayern und Baden-Württemberg
  • Konzeption und Durchführung von Toledo-Projekttagen/-wochen in Berlin, Bayern und Baden-Württemberg
  • Wissenschaftliche Begleitung zur Erfassung der Wirkung von Methoden antirassistischer Bildung und Demokratieerziehung im Kontext von religiöser und weltanschaulicher Vielfalt

Im Ergebnis liefert das Projekt eine erprobte und breit nutzbare pädagogische Methode, die in der außerschulischen und schulischen Bildung, beispielsweise für Projekttage in Schule und Jugendbildung, eingesetzt werden kann, um kulturell oder religiös/weltanschaulich geprägten Polarisierungen sowie daran anknüpfenden Vorurteilen und Diskriminierungen entgegenzuwirken. So können Vertrauensnetzwerke quer zu ethnischen/ religiösen Differenzlinien gestärkt werden.